The Walking Dead 8×3

The Walking Dead 8×3

The Walking Dead

Spoiler – Warnung

+++ Folgender Beitrag kann Spoiler enthalten. Lesen also auf eigene Gefahr. Und ich habe gewarnt. +++

8×3 – Die oder wir

Der Konflikt mit den Saviors führt für Ricks Leute zu ungeahnten Konsequenzen. Zudem müssen sie erkennen, dass der Krieg moralische Probleme mit sich bringt, die nicht so einfach zu lösen sind.

Kritik

Ein wunderbarer Folgentitel, der so ziemlich alles aussagt, was es eigentlich zu sagen gibt: Die oder wir. Wenn sie nicht sterben, sterben wir. Und mit Wir sind auch wir Zuschauer einbegriffen, die nicht nur die Atlantagruppe bis nach Alexandria folgte, sondern das Herz auch an die Anhöhe (leider nur immer englisch Hilltop) und das Königreich verloren haben. Jeder findet einen Charakter, ob von Anfang an dabei oder erst in der letzten Staffel kennen gelernt, für sich persönlich einfach genial, super und mausert sich zum persönlichen Liebling. Mein Herz hängt zwar sehr häufig an den Antagonisten, da ich schon ab Folge 2 der ersten Staffel Rick eher unsympathisch fand, aber dennoch habe ich meine Lieblinge auf der Seite der Protagonisten. Gut und böse wäre viel zu einfach und gehört eindeutig nicht mehr in diese Welt, denn es kommt auf die Warte an, auf der man sitzt und zuschaut. Würden wir Negan von Beginn der Seuche her begleiten, wären Rick und Konsorte eindeutig die Antagonisten.
Das zeigt sich auch mit dem langen Gespräch mit Morales, der, wie ich vermutet habe, seine Familie auf seinem Weg verlor, ehe sie ihr gewünschtes Ziel annähernd erreichen konnten und von den Saviors (den Erlösern), gerettet wurde.

Die Folge selbst beginnt mit Ezekiel und seinen Leuten, die Szenen springen von Gegenwart zur vermeintlichen Gegenwart hin und zurück und wir sehen, dass ihre Taktik wunderbar aufgeht. Kein Wunder, lächelt unsere liebe Carol und scheint eindeutig mit Ezekiel wohl irgendwann anzubandeln (RIP Caryl). Wirklich mitzufiebern gab es nicht viel, das Ganze war schnell über die Bühne.

Schnell wird auch klar, dass Eric noch immer lebt, aber obwohl es ein ziemlich sauberer Durchschuss ist, sehe ich schwarz für den Guten. Dennoch schickt er Aaron zurück in den Kampf und ganz ehrlich, die Szene fand ich wirklich rührend! Aaron ist sowieso eine der Figuren, die ich von Anfang an einfach mochte, schon beim Lesen, und mit Bart macht sich der Gute wirklich schick und optisch passend für eine raue Welt, in der sie sich nun gegenseitig bekämpfen.

Was ins Auge fällt, ist der oft rasche Ortswechsel bei Szenenschnitten, so dass wir zwischen den vielen Geschichten hin und her geschickt werden, dass man ja nichts verpasst. Rick tut das, was er am Besten kann – blöd aus der Wäsche gucken und labern, wenn er nicht schiessen kann. Nichts für ungut, Mr. Lincoln, Sie sind keine schlechte Darstellerwahl für Rick Grimes, nur wurde die ganze Geschichte um den Charakter irgendwie so böse gemacht, dass ich den Verlauf, den meine geliebten Comicbücher genommen haben, wohl nie eintrifft. Sei es drum, wir werden ja sehen, ob sich die Serie wieder verbessern kann auch ohne das. Officer Freundlich versucht sogar, Morales mit Glenns Tod durch Negan zu erweichen, seine schwangere Witwe und es scheint, als würde das etwas Anklang finden. Wie das Ganze ausgeht, werden wir aber nie erfahren, denn der gute Mr. Dixon macht kurzen Prozess mit dem alten Bekannten und erschiesst ihn. Es ist augenscheinlich nichts, was Grimes gefallen will, aber da der nun Tote bereits seine Kumpel alarmiert haben, ruft ein erneuter Kampf in den Fluren des Gebäudes. Dadurch, dass viele gefallene Saviors nun als Walker über ihre eigenen Leute herfallen, gelingt es Aaron und dem Rest der Truppe, das Gebäude zu stürmen und zu den beiden zu gelangen, falls noch mehr Gegner aufwarten würden. Geschossen wurde viel, getroffen eher weniger.

Auf dem Weg zu Hilltop haben Jesus und Morgan einen kleinen Disput, was mit den Gefangenen (die Walking Prisoners. Sorry!) geschehen sollte. Ein spontaner Beisserangriff verhilft einem der gefesselten Grüppchen mit Mister Ekel (hat der überhaupt einen Namen?) zur Flucht, die von Morgan unterbunden wird. Der Gute hat die Tassen im Oberstübchen wohl des Längeren immer unordentlicher eingeräumt und fängt einen Streit mit Jesus an, der mit einigen Beulen, aber zwei Lebenden endet. Ich frage mich wirklich, wie lange es der Gute effektiv noch macht, wenn der Verstand gefühlt immer mehr zu Mus wird und er seine Verbündeten angreift.
Das nächste Ekel, Gregory, darf sich dafür vor geschlossenen Toren wiederfinden und versucht sich herauszureden wie so oft, wo Gabriel ist. Wir wissen, dass er jetzt schon seit zwei Folgen mit Negan zusammen hockt und die zwei wohl kaum ein schniekes Kaffeekränzchen mit Keksen und Kuchen feiern, bis die Horde sich verdünnisiert hat. Das sparen die Macher sich wohl für eine spätere Folge auf, um es mehr zu zentralisieren. Gregory beweist wieder die ganze Bandbreite, warum dieser Charakter einfach keinen Preis für den sympathischsten Anführer gewinnen wird. Er lügt, er schleimt, schwatzt dumm vor sich her, windet sich um ehrliche Antworten, ist allgemein ein Weichei und reisst die Klappe erst wieder mutiger auf, nachdem Maggie ihn gnädigerweise doch noch einliess, bis sie ihn wie einen kläffenden Hund wegschickt. Es ist klar, dass Maggie mehr und mehr die Rolle als Boss von Hilltop einnimmt. Die Gefangenen will aber niemand innerhalb der Mauern willkommen heissen und ich war von Anfang an dafür, die einfach in einen LKW zu pferchen, ein paar Luftlöcher in die Wände stanzen und gelegentlich Futter und Wasser reinschmeissen, bis man weiss, wofür sie tauglich sind.

Nach den Kämpfen am Stützpunkt ist derweil sowieso Aufräumen angesagt. Hier ein Messer, da ein Pfeil und die Gefallenen in Ehren bedecken. Was von Eric übrig geblieben ist, ist ein blutiger Baum und sein Gewehr, das im Gras liegt. Der nächste Moment, der mir das Herz zerfetzt, denn wenn er nicht auf einem Krankentransport ist, hat er sich verwandelt. Aaron sieht ihn zur Herde wandeln, aber ob er es wirklich ist, kann ich nicht mit Garantie sagen, aber sehr, sehr viel deutet schmerzlich darauf hin. Dafür nimmt er Baby Grace an sich, deren Papa durch Rick gestorben ist und Aaron ist in meinen Augen ideal, um auf das kleine Ding aufzupassen. Ehe unser dynamisches Duo Daryl und Rick sich aber verziehen können, versucht ein junger Mann, den Cop mal eben zu erschiessen und trifft fein daneben. Rick verspricht dem Einzelkämpfer Waffenruhe und sogar das Auto, wenn es Antworten gibt. Vor allem geht es darum, wo die Waffen hin sind, die sich bis anhin auf dem angegriffenen Stützpunkt befunden hatten. Diese seien nun in Gavin. Kaum gibt es die gewünschte Antwort, knallt Daryl den Jungen ab. Okay, ich bin ja dafür, dass Daryl wieder etwas rauer wird, kein Schosshündchen für Rick mehr ist, aber das war wirklich nicht nett. Negan weiss ja sowieso längst, wer für das Gemetzel verantwortlich ist. Der Junge hätte sich einfach verziehen können und hat nun das schwache Glück, sich nicht zu verwandeln.

Den Schluss bildet wieder Ezekiel und Konsorte, die sich zufällig vor Gavin befinden. Eins und eins hat man schnell zusammen. Auch dass Ezekiel schon wieder sein “nicht einer” feiert, lässt mich den Fernseher fragen “ja, aber wie lange noch?” und wie auf Stichwort zeigen sich Waffenläufe, die ziemlich viele von ihnen direkt niedermähen. Seine Mannen werfen sich schützend auf ihn und Ezekiel wird ganz bestimmt überleben, aber wie viele sind effektiv noch am Leben und wie viele davon sind noch kampftauglich? Sie können in diesen Zeiten ihre Verbündeten nicht spontan anrufen und um Hilfe bitten. Ein gutes Ende wird es für sie ja sowieso nehmen, das ist immer so und das wiederum ist eher fad. Irgendwer wird in letzter Sekunde aufkreuzen und zu Hilfe eilen oder ihnen gelingt die Flucht.

An sich war die heutige Folge für meinen Geschmack ganz okay, wenn nicht sogar gut. Es flog viel Blei, ein Protagonist, den man eigentlich gut kennt, scheint tot zu sein und wenn sie sich ranhalten, kann man schneller neue Gesichter vorstellen. Eric muss auch schnell verblutet sein, dass er sich so schnell verwandelt hat. Wenn ich an Amy, Jimmy und andere Opfer der ersten Staffeln zurückdenke, ging es nicht so ratzfatz. Okay, eine Schusswunde in der Bauchgegend unterscheidet sich nachhaltig von einer Bisswunde, aber allgemein geht die Verwandlung wohl nun schneller.

Das, was mir die heutige Folge ein wenig versalzen hat, ist mein eigener Fernsehempfang gewesen, da es zwischendurch lästige Bild- und Tonruckler gab. Zum Glück habe ich nichts Wichtiges verpasst dabei. Da kann die Sendung nichts dafür, nur unser Router.

Bewertung

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