The Walking Dead 8×5

The Walking Dead 8×5

The Walking Dead

Spoiler – Warnung

+++ Folgender Beitrag kann Spoiler enthalten. Lesen also auf eigene Gefahr. Und ich habe gewarnt. +++

8×5 – Die Beichte

Während der Krieg um ihn herum wütet, sehen wir uns Negan und das Leben der Saviors während des Konflikts mit vertrauten Augen genau an.

Kritik

Noch sehen wir gar nichts, vernehmen aber endlich deutlich die Stimme von Gabriel, womit uns bereits nach wenigen Sekunden deutlich wird, wer endlich den Mittelpunkt der Folge einnimmt – Gabriel und Negan. Der Rest wirkt nach Ende der Folge wirklich mehr als schmückendes Beiwerk, das man kurz dazwischen warf, damit der Zuschauer weiss, was ungefähr vor sich geht.

Ein kleiner Zeitsprung zurück zeigt uns Simon, wie er Gregory mit selbst gemachten Pancakes sichtlich aus der Fassung bringt und zur Hölle ja, wären wir nicht auf Atlanta und co fixiert, könnte man ihn direkt mögen. Ein richtig netter Kerl. Ja gut, ziemlich nett, da er sich die Mühe für die Pancakes nur machte, um Gregory zu verwirren und ihm dann doch Recht zu geben und ich wollte, ich hätte durch den Bildschirm greifen und Gregory eine watschen können. So sitzt unser Greg dann auch brav im Meeting mit Negan und seinen Engsten und während der ehemalige Anführer von Hilltop mehr labert als ich auf Zucker, sieht man auch sichtlich, wie Negans Laune zusehends abnimmt. Negan is not amused. Und wenn man sich den Tisch auf seiner Seite näher betrachtet, kam das mit Lucille in der Hand bereits ein paar Mal vor. Das Meeting wird von Rick und co unterbrochen, da sie angreifen und ab da kennen wir die Geschichte bereits sehr ausführlich.

Wieder im Wohnwagen ist Negan sehr schnell darin, Gabriel zu entwaffnen und zu bedrohen, ehe er es sich anders überlegt und sie zu reden beginnen. Was will man grossartig was anderes anfangen, wenn sie umzingelt sind? Womit meine Idee der Kaffeeklatschrunde mehr oder weniger als bestätigt gilt. Einer der schönsten Sätze stammt von Gabriel selbst.

“Ich glaube, ich bin hier, um dir die Beichte abzunehmen”

Für einen kurzen Moment sehen wir Rick und Daryl nach dem Unfall den letzten Überlebenden des Stützpunktes halbtot den Versuch wagen, vor ihnen wegzukriechen. Er behauptet, dass Ezekiel, Jerry und Carol so tot wie seine ganzen anderen Leute seien, was wir aus der letzten Folge längst besser wissen. Der Chemie-Standort, mehr müssen wir uns daraus eigentlich gar nicht merken.

Derweil sagt Negan den Zusammenbruch der gesamten Gesellschaft der Saviors voraus, welche Rolle er spielt und wie fragil das aufgebaute System doch ist. Hatte er nicht vorhin auch noch gesagt, warum er manchmal nur einen Menschen tötet und dadurch Einhundert rettet? Es ergibt Sinn, was er von sich gibt, womit endlich aufgebrochen wird, dass er nicht einfach nur ein Arschloch ist. Am Rande bemerkt, ist das etwas von vielem, was ich an The Walking Dead wirklich mag, die Geschichten der Antagonisten, die Beweggründe und ihr Weg zu dem, was sie selbst nun sind.
Er sollte auch Recht behalten, die Krise beginnt bereits im Meetingzimmer und der Planung seiner Rettung. Jeder diskutiert mit, vertritt seine Standpunkte, unser Dwightyboy verteidigt Eugenes Vorschlag und Berechnungen, warum etwas nicht klappen kann und jawoll, Eugene hat Recht. Aber mehr denn je vermisse ich den Verlauf, den die Comics damals angeschlagen haben, aber wer weiss, ob die Serienstory sich nicht doch noch auffangen und richtig gut werden kann. Bisher reichen ein paar gute Momente leider nur dürftig aus, eine ganze Staffel gut zu machen.
Nach dem Meeting sucht Dr. Porter unseren Dwight in seinem Raum auf, bedankt sich auf seine Eugene-Art und patscht dessen selbstgemachtes Schachspiel an. Keine gute Idee, man brachte uns doch schon bei, dass man mit den Augen und nicht mit den Händen etwas anschauen sollte.

Negan lässt sich hinreissen, ein wenig mehr von seiner Vergangenheit aufzudecken und heckt eigene Pläne aus. Aus Angst flieht Gabriel in den hinteren Teil und verbarrikadiert sich. Der Schlägerschwinger ist durchaus unberechenbar und ehe er den Schädel fix zerschmettert bekommt, ist Flucht die beste Lösung.

Daryl und Rick nutzen die Chance und erobern sich die Waffen endlich, finden darunter sogar reichlich Sprengstoff. Der Disput beginnt, denn Daryl würde sich nur zu gerne ins Sanctuary reinsprengen, während Rick Bedenken hat, was aus den Bewohnern wird, den Arbeitern, den Familien, den Kampfunwilligen. Daryl zeigt endlich wieder, dass er kein Hundchen ist, stellt sich gegen den ehemaligen Cop und das führt bis zu einer Prügelei.
Ein kurzer Moment zeigt, wie im Sanctuary der Strom ausfällt.
Rick, der Schlaumeier, wirft die Tasche mit dem Sprengstoff zurück zum gestürzten Auto und die Prügelei wird von der Explosion unterbrochen. Bra-vo. Jetzt ist alles dahin, so viel Mühe also für nichts. Vor allem, warum kann er sich als Cop nicht gegen Daryl wehren? Hat man das nicht mal gelernt? Oder hat er vergessen, dass er jahrelang als Polizist für Recht und Ordnung gesorgt hat?

Derweil zeigt sich Negan verwundbar wie nie zuvor (und ich höre viele Herzen höher schlagen), erzählt von seiner ersten Ehefrau, seiner einzigen Wirklichen und wie er sie betrogen hatte, sie krank wurde und starb, nach dem Ausbruch der weltverändernden Seuche. Und ich bin mir nicht ganz sicher, ob Negan nicht sogar doch noch weinte. [Zu diesem Thema ist unten noch ein Video eingefügt, wer es sehen mag.] Gabriel kriecht aus seinem Versteck hervor und Negan plant den uns bereits bekannten Eingeweidetrick. Jede Menge Innereien schön geschmort und verwest in der Sonne Virginias, ob da noch niemand von Gabriels Leuten gekotzt hätte? Die Entgegnung, dass sie aus Georgia stammen, zeugt, wie viel Mut in unserem Priester stecken kann. So eingepackt können sie sich durch die Menge pressen, bis Gabriel stolpert und die Logik erschliesst sich mir nicht, warum die Untoten auf das reagieren, sie stolpern selbst am laufenden Band. Negan rettet ihn, zerrt ihn letztlich aus der Menge und allein dafür gehört für Negan mindestens ein Daumen cool erhoben.

Seine Voraussage, dass es eskalieren könnte, bestätigt sich bereits nach dem folgenden Schnitt. Die Arbeiter schwitzen in dem ihnen zugewiesenen Geschoss und verlangen vehement nach Negan. Regina erwehrt sich einem der Bewaffneten mit einem schnellen Kopfschuss und bevor es wirklich aus dem Ruder gerät, pfeift sich Negan um die Ecke, vollgeschmiert mit den Innereien eines Walkers und zeigt allen kurzerhand, wer der Boss ist. Zwei seiner Männer werden gebeten, Gabriel in “Nummer 2” zu bringen, aber behutsam, was diese tun. Seine Engsten versuchen derzeit herauszufinden, wer den Arbeitern die Waffen beschafft hat. Ein Farbfleck auf der Tasche ist verräterischer als man sich wirklich wünscht, denn Eugene hat noch immer Farbe am Finger vom Anpatschen fremder Sachen und weiss eindeutig, dass es Dwight ist. Wird er ihn verraten? Sich selbst zur Brust nehmen und für seine Zwecke brauchen? Die Klappe halten? Werden wir das in der nächsten Folge sehen?

Ricks Wagen springt nicht an, Daryl hält lässig neben ihm, aber beide sind zu stolz oder zu verbissen, als dass sie sich für eine gemeinsame Fahrt verbünden könnte. Rick läuft also, hört sogar einen Hubschrauber (schon wieder?) und eine Person, deren apokalyptisch-politische Gesinnung sich mir nicht gerade erschliesst, beobachtet ihn dabei.

Ganz zuletzt will Eugene Gabriel im Sanctuary willkommen heissen mit einigen Geschenken. er schliesst die Tür auf und sieht den Priester als schwitzendes, elendes Häuflein Elend, das dringend zum Arzt muss. Die letzte Frage für heute: Wurde Gabriel gebissen?

Wirklich weit voran sind wir so gesehen mit der Geschichte nicht gekommen, sondern sind noch einmal zurück gehüpft und ich denke, die verschiedenen Fäden finden sich fürs Midseason-Finale dann zusammen (was ja leider auch schon sehr bald ist), das Austauschen aller Informationen und welcher Knall sich als Cliffhanger anbietet, ehe wir bis Februar warten müssen, dass es weitergeht.
Die Folge aber war für meinen Geschmack sehr solide, es wirft wie gewohnt ein paar Fragen auf, hat aber einige vorherige beantworten können und hey, Negan zieht irgendwie immer. Jetzt hoffe ich, geht es genauso solide weiter und bleibt spannend, unterhaltsam und fesselnd, dass es sich weiterhin lohnt, brav um 21.00 mit Notizbuch auf den Fernseher zu starren und sich für die Dauer der Episode in eine andere Welt entführen zu lassen.

Die Vorgeschichte von Negan

Und hier besagtes YouTube-Video von DieFilmfabrik.

Bewertung

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