The Walking Dead 8×6

The Walking Dead 8×6

The Walking Dead

Spoiler – Warnung

+++ Folgender Beitrag kann Spoiler enthalten. Lesen also auf eigene Gefahr. Und ich habe gewarnt. +++

8×6 – Der König, die Witwe und Rick

Als die Dinge für Rick und die Gruppe sich verbessern, bricht ein Streit auf Hilltop aus, wo die Konsequenzen der Entscheidung Leben oder Tod sind.

Kritik

Gleich vorneweg, der bitterste Punkt der Folge gleich vorneweg: Tara hat eine neue Sprecherin. Ob sie nur einspringt wie es einst bei Maggie in einer Folge der Fall war oder wie bei Michonne nun dauerhaft bleibt, wird sich zeigen. Ich hoffe auf Ersteres, Synchronsprecherwechsel hasse ich schon seit ich klein bin wie die Pest…

Die Folge selbst fängt schön einfach an, die Kamera zeigt verschiedene Überlebende, im Off sind Briefe zu hören, von Carol, von Maggie und von Rick, die vorgelesen werden. Ein Update, wie die Lage an den drei Punkten ist. In dieser Zeit gibt es keine Telefonkonferenzen mehr. Relativ simpel, aber es macht Stimmung und Lust auf mehr, auf Action.

Nach dem klangvollen Opening, das uns jedes Mal ein neues Stück Geschichte aus dem Walking-Dead-Universum verspricht, geht Jesus herum, reicht den gefesselten Saviors Essen und Maggie zeigt sich darüber alles andere als begeistert. Gregorys nutzloses Geschwätz blende ich meistens aus, das Meiste ist Schleimerei, Mimimi, Meckerei und der Versuch, für ein Zerwürfnis zu sorgen und die Macht wieder an sich zu reissen. Der Schauspieler kriegt diesen Charakter so exzellent hin, dass er auf mich den gleichen Effekt hat wie die Dame, die für Lori herhielt – egal in welchem anderen Medium die Person auftaucht, ich will es mir nicht ansehen. Ja gut, seine Idee mit dem Galgen ist an und für sich nicht schlecht, da er mehrfach verwendet werden kann und keine einzige Kugel kostet.

In der nächsten Szene steht ein trauriger Jerry mit einer neuen Axt vor dem Eingang zur “Königshalle” und meint nur, dass Ezekiel niemanden sehen will und er praktisch gefeuert wurde. Halbherzig versucht er also Carol aufzuhalten, die ihn sichtlich ignoriert und an die Tür hämmert. Der kleine Bruder von Benjamin, Henry, will sich an Carol hängen, die ihn eiskalt abweist und vor den Kopf stösst.

Rick sucht inzwischen die Scavengers auf, die wohl nutzloseste Gruppe, seit es die Serie gibt und wie Watte im Magen sind. Deren Daseinsberechtigung erschliesst sich mir gar nicht, muss ich ehrlich sein, das sind irgendwelche Typen, die sich im Müll tummeln und deren einziger Zweck ist, eine Folge zu strecken. Eben diesen schlägt unser grosser Rick einen neuen Deal vor, die sie wieder ablehnen und meine Güte, die sind so ätzend wortkarg und beschweren sich noch, dass er zu viel redet. Nun gut, er kann immerhin mehr als nur Nomen und Verben von sich geben, er bildet eben ganze Sätze.

In der Chefzentrale von Hilltop redet Gregory wieder mit Maggie, die er immer noch respektlos Margaret nennt und erzählt etwas über Wölfe und Schafe. Wie gesagt, das Meiste überblendet mein Hirn geschickt mit Quaak. Viel bleibt nicht hängen, nicht einmal in meinem Notizbuch, da mir die Tinte zu schade ist. Für meinen Geschmack darf er einfach mal Sendepause haben.

Michonne hat vor, Alexandria zu verlassen und Rosita versucht noch, sie aufzuhalten und sie auskurieren zu lassen. Michonne ist stur genug, darauf nicht einzugehen und Rositas Sturheit lässt sie einfach zusteigen. Die furchtlose Kriegerin will einfach nur sehen, was passiert ist, sich selbst beruhigen und sich das Sanctuary mit eigenen Augen ansehen.

Der nächste Shot lässt mich erst hören, dass da eine neue Stimme ist, die mit Daryl redet und die neue Stimme gehört zu Tara. [insert sarcastic yay]
Sie planen, Dwight zu töten und ich denke, am Ende verprügeln sie sich noch, damit der Gewinner das erledigen kann. Oder auch gar nicht, wenn sie dem Verlauf der Vorlage nachgehen und Dwight seine neue Rolle einnehmen kann.

Einer der gefangenen Saviors erhebt das Wort und redet mit Jesus, was ein sehr einseitiges Gespräch wird. Wieder diesen Zwist beim Zuschauer schaffen, dass an den Saviors nicht alles böse und schlecht ist. Objektiv betrachtet, haben nämlich alle Gruppen recht. Die beste Entgegnung, die von Jesus kommt, sind drei einfache Worte: “Niemand ist unschuldig”. Nein, jeder hat getötet, um zu überleben, vor allem diese Gruppen in jüngster Zeit. Und solange man loyal ist, gilt das sprichwörtliche Gesetz “mitgegangen, mitgehangen”.

Wieder bei Rosita und Michonne im Auto, erklärt sich die Kriegerin selbst und ihre Beweggründe, trotz noch schwerer Verletzungen loszuziehen. Auf einmal vernehmen sie laute Musik und beschliessen, dieser zu folgen. Wer weiss, ob der Schall nahe genug am Sanctuary ist, um die Beisser wegzulocken.

Im Wald entdeckt Carl einen Beisser, der vergebens versucht, eine Plastiktüte zu erreichen. Ein junger Mann erdolcht ihn von hinten und wir wissen sofort, dass das der Typ von der Tanke ist, den Rick verjagt hat. Er stellt sich als Siddiq vor. Carl wirft ihm Wasser und Essen entgegen, worauf sich der Mann sofort stürzt und es zu sich nimmt. Carl stellt ihm die drei allzu bekannten Fragen. Siddiq hat 237 Beisser getötet, vielleicht ein paar mehr, nur einen Menschen und das nur, weil die Toten versuchten, ihn zu töten und es nicht taten. Er ehrt seine Mutter und ihren Grundgedanken, dass man sie erlösen musste, um die Seele zu befreien.

Henry kämpft im Wald alleine und nur mit einem Kampfstock bewaffnet gegen zwei Beisser, die rettend von Carol erschossen werden. Sie fragt ihn ziemlich sauer, ob er wisse, was mit Kindern passiert, die alleine im Wald herumirren? Sie würden zu Monstern. Eine sehr deutliche Referenz an Sophia, wie wir damals in Staffel 2 im Wald verschwinden und erst auf der Greenefarm als Beisser in der Scheune wieder auftauchen sahen. Mit dieser leichtsinnigen Aktion nimmt sich Carol dem Jungen an und reicht ihm eine Waffe.

Die Nacht auf Hilltop ist vorbei, die Bauarbeiten sind abgeschlossen und Enid ruft Jesus und die Saviors nach drinnen. Es ist kein Galgen geworden, sondern ein Paddock, ein Gefängnis umringt von Stacheldraht. In dieses wandern nicht nur die Saviors, sondern auch Gregory, der die gute Maggie von der Farm unterschätzt hat. Mr Longhair (wie auch immer er heisst) versucht noch auszubrechen und kriegt eine vor den Latz.

Siddiq und Carl wollen einige Beisser erlösen, die ihnen auf dem Rückweg begegnen. Es tauchen mehr auf, als sie erwartet haben und Carl rettet sich, auf dem angefressenen Reh liegend, mit zwei Schüssen von zwei Beissern. Der Neue meint zwar noch, dass Carl das nicht hätte tun müssen, aber Carl sieht sich jetzt verantwortlich für den Mann und will ihn in seine Gruppe aufnehmen.

Rosita und Michonne finden die Quelle der Musik, sie beobachten zwei Saviors, die über eine “Fat Lady” sprechen, vermutliche eine grosse Bombe. Durch einen angeschubsten Ball merken die zwei schnell, dass sie nicht alleine in ihrem Kabäuschen sind und eröffnen das Feuer. Michonne kämpft mit allen Kräften, die sie hat, gegen die Frau, während sich Rosita um den Kerl kümmern will. Nach Verlust der Handfeuerwaffe rüstet sie sich mit einer Nagelpistole aus, ehe sie eine Panzerfaust findet und Leo, den Kerl, prompt in die Luft sprengt. I have some GTA feelings right now!
Die Frau entkommt in einem Auto, das mit Musikboxen nur so zugepappt ist, aber schafft nicht einmal die erste Kreuzung, ehe sie von einem Laster überfahren wird. Daryl und Tara haben sie mal eben kurz ausgeschaltet. Okay, wir wissen, dass da eine magische Fat Lady existiert, die für ziemlich Rummel sorgen kann.

Carol will sich inzwischen in das Gebäude hineinschiessen, ehe Jerry ihr eröffnet, dass die Tür nicht verschlossen ist und sie zu Ezekiel geht. Er sitzt deprimiert mit Shivas Kette auf dem Boden vor seinem Thron und fühlt sich nicht mehr als König, nicht mal mehr als Anführer. Erst will sie gehen, ehe sie sich anders entscheidet und ihn fragt, warum er sie immer besucht habe, wo es ihr doch gut ging. Er eröffnet ihr, dass sie ihm erst das Gefühl gab, wirklich ein König zu sein und ja, bye Caryl. Vielleicht gelingt es Carol, Ezekiel wieder soweit aufzumuntern, dass er seine Leute wieder anführt und mit ihnen gemeinsam um die Verluste trauert.

Jesus will sich auch erst noch freuen, dass Maggie sich anders entschieden hat, aber sie sieht in diesen wirklich nur Nutzvieh. Wenn sie zwecklos sind, werden sie sterben. Die kleine Gracie auf dem Arm, kann sie sich bereits in der Mutterrolle üben. Aaron steht auf und geht, er will nach Hause und nimmt Enid mit. Sie will wohl Carl wieder sehen.

Zum Abschluss bekommen wir eine Trailerszene zu sehen, nämlich Ricks Auge in einem Loch in einem der Scavenger-Container. Er ist darin gefangen, splitterfasernackt und deutlich schwitzend und wir werden erst in der nächsten Folge sehen, wie, warum und zu welchem Zweck.

Allgemein hat die Folge so ihre Momente, aber es sind fast 50 Minuten, die sich hinziehen, wenig Inhalt bieten, der sich dann noch schier endlos lange hinzieht und so relativ wenig Spannung bietet. Es liefert nur noch ein paar Cliffhanger mehr, die sich wohl auf das Midseason-Finale hinziehen. Liebes The Walking Dead, ihr wolltet noch mehr bieten, noch fetter und bombastischer und weiss der Kuckuck noch was alles werden, aber ganz ehrlich, nebst etwas anderen Kameraeinstellungen und anderen Zombiemasken sind das in etwa so leere Versprechungen wie damals Tabakfirmen versprachen, dass rauchen gesund ist. Das kann man beileibe nicht mal als spannendes Vorspiel gelten lassen, dass wir uns auf etwas Grosses freuen und nur so nach neuen Folgen geiern. Ich persönlich geiere gerade so fast null auf die neue Folge, nicht so wie früher, da konnte ich es kaum abwarten, dass wieder Montag wird. Lasst mehr Brutalität zu, bringt ein paar Seriencharaktere spontan um, lasst sie gebissen werden und und und, die Ideen sind endlos.

Bewertung

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