The Walking Dead 8×8

The Walking Dead 8×8

The Walking Dead

Spoiler – Warnung

+++ Folgender Beitrag kann Spoiler enthalten. Lesen also auf eigene Gefahr. Und ich habe gewarnt. +++

8×8 – Kampf um die Zukunft

Jede Geschichte und jeder Kampf aus der ersten Hälfte der Staffel stürzt in diesem actiongeladenen, emotionalen Midseasonfinale zusammen.

Vorwort

Herzlich willkommen zum Midseason-Finale von The Walking Dead und der vorerst letzten Rezension zu der Serie, bis es im Februar weiter geht, ich wieder einmal die Woche pünktlich vor der Kiste hocke, bewaffnet mit meinem Notizbuch und Stift für Notizen und mir alles notiere, was ich notieren will. Das hat sich bei mir eben so festgesetzt und die letzten sieben Folgen waren für meinen Geschmack doch eher mittelmässig und ja, wahrscheinlich klinge ich oft genug wie ein weinerlicher Buchklammerer, der immer nur aber in den Comics! heult und so weiter.
Nun gut, das Differenzieren zwischen der doch sehr gelungenen Comicvorlage und der oft eher schwachbrüstigen Umsetzung in der einst sehr erfolgreichen Serie gelingt nur manchmal ganz gut. Ist wie bei Buchverfilmungen. Kurz vor Folgenbeginn kam nämlich der Trailer zum letzten Maze-Runner-Film und die vorherigen waren die wohl herbste Enttäuschung seit Eragon und dem Goldenen Kompass. Dass mit der Kreierung diverser Figuren extra für die Serie die eigentlich sehr deutliche Abgrenzung zu den Comics gesetzt wurde, vergleichen Kenner dann doch zu gerne, ist Daryl Dixon doch eine der bekanntesten Figuren überhaupt, die von vielen Neulesern in den Comics vermisst wird und ja, ich bekenne mich schuldig, dass ich den auch erst gesucht habe. Leider bin ich selten irgendwo ein Fan der ersten Stunde, aber ein sehr treuer, wenn mein Fanherz erst erobert wurde. Das ist mit den Medien doch eine schöne Sache, man kann es wenigstens nachholen. Gerade deswegen stehen bei mir auf der Bücherwunschliste unzählige Titel und Autoren, dass sie locker noch zwei weitere grosse Regale doppelreihig füllen können.
Langer Rede kurzer Sinn, ich lege jedem nicht nur die Comics ans Herz, sondern mindestens die ersten vier Staffeln der Serie selbst, selbst die Nachfolgenden haben immer eine Folge, die man nicht so leicht vergisst.

Kritik

Der erste Shot gehört wieder unserem guten Rick, der vergeblich versucht, seine Wachposten im Norden, Süden und Westen zu kontaktieren. Es werden Rückblenden eingestreut, in denen er mit seinem Sohn spricht, nicht zuletzt über den Fremden an der Tanke, den wir ja jetzt bereits als Siddiq kennen. Wir sehen wieder das zerstörte Sanctuary, aus dem er und die Scavengers beschossen werden. Und es wäre nicht anders zu erwarten gewesen, als dass sich diese Müllheinis wieder feige verpissen und erneut absolut nutzloses Unkraut sind. Carol und Jerry retten Rick aus seiner misslichen Lage. In der nächsten Rückblende reden er und sein Sohnemann über Negan und seine Leute und Ricks sarkastischer Kommentar, mit Negan Erdbeeren zu pflücken, sorgt immerhin für ein sehr amüsantes Kopfkino und vermutlich zu einigen Zeichnungen von begabten Künstlern, vielleicht sogar Fanfictions.
Ehe wir das Opening zu sehen bekommen, gibt es noch ein bisschen Negan, der wie immer sein Liedchen pfeift und dabei grinst und ganz ehrlich, das mit dem Pfeifen kennen wir schon vom Governor, das war da sogar wirklich viel bedrohlicher.

Und entweder habe ich es falsch verstanden (sehr wahrscheinlich) oder sie haben ihr Ziel geändert (vielleicht), aber Aaron und Enid sind nicht unterwegs nach Alexandria, sondern wollen zu den Frauen in Oceanside, um sie von ihrer Sache zu überzeugen. Aaron trauert noch immer um Eric und will seinem Tod irgendwie eine Bedeutung verleihen, aber irgendwie fehlt mir selbst das Gefühl von Verlust und Schmerz, diesen Charakter verloren zu haben. Immerhin denkt Enid an eine gewisse zivilistische Höflichkeit und will den Frauen etwas mitbringen.

Da kommt auch schon Judith, die warum eigentlich auch immer noch am Leben ist und Michonne bye bye sagt. Süss ist es ja schon, aber egal wofür das Baby steht und welche Gerüchte bezüglich der Visionen bestehen, die wir zu Beginn dieser Staffel gesehen haben, für das Baby kann ich mich einfach nicht erwärmen. In der Zwischenzeit schreibt Carl einen Brief an seinen Dad und betrachtet den Zettel mit den Worten “Just survive somehow”, den Enid ihm einst hinterlassen hatte. Wirklich glücklich sieht er dabei nicht aus und den Inhalt können wir am Ende nur erraten.

Tara (die wieder endlich ihre für mich richtige Synchronsprecherin am Start hat! YAAAY!), darf alles Zeug schleppen, das Rosita aus dem Truck ausgeladen hat, wenngleich es weniger für Angriffe geeignet ist denn für Ablenkung. Besser als gar nichts würde ich behaupten.

Vermutlich hat es auch irgendeine Bedeutung, dass Aaron einen Truck mit der Aufschrift “Roanoke Way Distillery” vorfährt und dann wieder zu Enid in den einseitig gepanzerten PW steigt, um zu schlafen. Jedenfalls gab es in früheren Folgen immer irgendwelche dezenten Hinweise auf etwas und mit Roanoke haben sie doch einen fetten Hinweis vor der Nase geparkt. Als des Nachts also eine Gestalt um den Truck schleicht, steigen die beiden alarmiert aus und Enid erschiesst die ihr Unbekannte, die Aaron in die Mangel nimmt. Ein einzelnes Wort und ich habe die Stimme erkannt. Die Grandma der Frauen ist nun tot, was der Idee, sie für sich zu gewinnen, doch massgeblich schaden wird. Ja, well, shit.

Michonne ertappt Carl, der etwas im Schilde zu führen scheint und ehe einer der beiden einen seiner Pläne in die Tat umsetzen kann, klopft es sehr laut am Eingang. Er erklärt, dass die Beobachter, die wohl vermisst werden, ein Nickerchen machen. Offen ist, ob sie nur bewusstlos geschlagen oder direkt erschlagen wurden. Rick, Carol und Jerry sind auf dem Weg, jeweils in getrennten Fahrzeugen und man hört es nur knallen.

Ein immer noch deprimierter Ezekiel sitzt immer noch sehr deprimiert in seinem Thronsaal, bis er Männer kommen hört und sich versteckt. Die Saviors sind auf der Suche nach ihm und das ganz sicher nicht, um einen Granatapfel gemeinsam zu essen.

Auf ihrem Weg werden Maggie, Jesus und ihr Konvoi von einem umgestürzten Baum auf der Strasse aufgehalten und so natürlich direkt in die Falle gelockt. Der Knall zeigt, dass es Jerry erwischt hat, der von Simon und seinen Saviors als Geisel gehalten wird. Ein schneller Schnitt zurück nach Alexandria; Carl, der aktuelle Chef der Überlebenden, erteilt Befehle und organisiert Flucht und Verteidigung aller Bewohner und sorgt dafür, dass alles reibungslos abläuft und keiner zurückbleibt. Wieder im Königreich werden die dortigen Bewohner nun ebenfalls von einer weiteren Gruppe Saviors bedroht. Der Mann, der sicher einen Namen hat und mir nicht geläufig ist, will alle starken Männer und Frauen beanspruchen, das Sanctuary zu reparieren, während die dort lebenden Saviors in der Zwischenzeit im Königreich einziehen werden.

Wieder bei Maggie sackt Simon alle Waffen ein, die ziemlich widerwillig brav abgegeben werden. Negan und Carl reden miteinander, der jüngere Grimes macht dem Schlägerschwinger bewusst, dass sein Dad momentan gar nicht zu Hause ist und bietet zum Schutze aller seinen eigenen Tod dar.

Nun gut, bis zu diesem Punkt wurde an allen Ecken eigentlich sehr viel gelabert und relativ wenig gemacht. Ein Konvoi aus Lastern und PWs flieht aus dem Hinterausgang und obwohl Dwight Tanja noch versichert, dass ihre Barrikade stand hält, sind die Laster sehr schnell durch und die paar Saviors schnell hinterher. Negan ist sauer und jagt Alexandria hoch, lässt die Stadt brennen. Von einem dieser Druckwellen wird Carl sehr unsanft vom Aussichtsposten auf den Boden geschleudert und er hievt sich davon. Der Typ im Königreich will immer noch Ezekiel haben und Simon beschäftigt sich damit, Maggie die Ohren vollzulabern. Er knallt den hinteren Mitfahrer sehr spontan ab, der sich später als Neil herausstellt.

Eugene liegt um Mitternacht immer noch wach, stellt das Licht an, trinkt ein Glas voll mit seinem Gesöff und versucht vergeblich einzuschlafen, während er weint. Carl leidet ebenfalls sehr deutlich und schleppt sich voran, versucht den Explosionen lebend zu entkommen, während die Saviors die Stadt stürmen.

Rosita, Tara, Michonne und Daryl, der Hahn im Korb, liegen auf der Lauer. Dwight lockt seine Leute perfekt in den Hinterhalt und unterstützt Daryl und co beim Umlegen seiner nun bisherigen Leute. Tanja reagiert schnell und schiesst ihn an, ehe Dwight sie töten kann, entkommt sie.

Immer mehr der Saviors stürmen das, was von Alexandria noch ist und Negan verlangt ausdrücklich nach einem lebendigen, gefesseltem Carl und plant sogar, in Ricks Haus Spagetti für ihn zu kochen. Ein bisschen Ironie schadet bekanntlich nie. Spoiler: er kocht nur vor Wut. Ehe der Junge geschnappt werden kann, macht er einen auf Batman mit einer seiner Rauchbomben und verschwindet in der Kanalisation.

Derweil sucht Eugene Gabriel und Dr. Carson in der Krankenstation auf. Er will Gabriels Wunsch erfüllen und verhilft ihnen zur Flucht, indem er vorgängig den Kaffee des Nordpostens so manipuliert hat, dass der Trinkende seine nächste Zeit wohl mit Durchfall auf der Toilette verbringt und “aus Versehen” Wagenschlüssel fallen lässt. Er will nur wider schlafen können.

Ezekiel sorgt mit dem Ausleeren und dem Anzünden von Benzin für genug Ablenkung, dass er mit dem Schulbus als Blockade seinen Leuten zur Flucht verhilft. Als alle draussen sind, schliesst er das Tor von innen mit der Kette von Shiva, die er immer noch bei sich trägt. Dafür kassiert er eine.

Maggies Wut über den Verlust von Neil treibt sie dazu, einen der gefangenen Saviors abzuknallen und in die von Simon erhaltene Kiste zu legen mit den klaren Worten, dass sie davon noch 38 weitere hätten. Der Sympathischste dieser Geiseln, Al, lässt mich aber dann doch hoffen, dass mindestens er es schafft. Er hatte ja auch das Gespräch mit Jesus geführt, das uns die andere Seite, also die Seite und Beweggründe der Saviors aufzeigte. Maggie geht es mit der Entscheidung aber sichtlich nicht sehr gut.

Dwight gibt Entwarnung und wird von den vieren aufgegabelt. Eher grob reisst Daryl seine Weste von Dwights Körper und hat sie selbst endlich wieder selbst! Hurra! Rosita hilft Dwight auf die Beine und bis auf Michonne verschwinden alle in der Kanalisation. Sie sieht entsetzt zu, wie ihre Heimat zerstört wird. Nun kommt auch endlich Rick zurück, sucht in seinem noch heilen Haus verzweifelt nach seiner Familie und bekommt von Negan eine vor den Latz geballert. Sie kämpfen Mann gegen Mann und bei einer günstigen Gelegenheit schnappt sich Rick Lucille und will damit gegen Negan vorgehen, der aber ausrastet, dass der Grimes seine Lucille überhaupt anfasst. Der ehemalige Cop fällt durch das Fenster nach draussen und entkommt zwischen Rauch, Feuer und Chaos. Michonne wird angegriffen, aber der Angreifer hat keine Chance gegen sie. Aus lauter Wut, Trauer, Schmerz und Verzweiflung hackt sie mit ihrem Schwert so lange auf ihn ein, bis Rick sie aufhält. Gemeinsam klettern sie in den Kanal und nun sehen wir die gesamten Bewohner hier unten sitzen, den Kopf gesenkt und alles andere als glücklich, ihn zu sehen. Rick sieht Siddiq und Carl, der es ebenfalls nach unten geschafft hatte, erklärt ihm, dass er ihn hergebracht hatte.

Der schmerzhafteste Moment kommt erst noch, als er eine Bisswunde entblösst, die er sich beim Kampf gegen die Beisser zugezogen hatte, um Siddiq einen Gefallen zu tun. Mit dieser verdammten Nachricht und dem Cliffhanger werden wir jetzt bis in den Februar alleine gelassen und ja, ich habe geheult! Weil sich Carl von einem nervigen Blag zu einem wirklich liebenswerten jungen Mann und Kämpfer entwickelt hat und jetzt DAS! Und ja, die Comicreferenz lässt sich hier einfach nicht nehmen, dass ausgerechnet Carl sterben muss und eine Bisswunde ist ein sicherer Tod. Kein Wunder, sieht er so beschissen aus. Fuck….einfach nur noch fuck….

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