The Walking Dead 8×9

The Walking Dead 8×8

The Walking Dead

Spoiler – Warnung

+++ Folgender Beitrag kann Spoiler enthalten. Lesen also auf eigene Gefahr. Und ich habe gewarnt. +++

8×9 – Ehre

Rick steht nach einer Schlacht vor neuen Schwierigkeiten. Unterdessen geht der Kampf in anderen Gemeinden weiter, da die Kernmitglieder harte Entscheidungen treffen müssen.

Vorwort

Juhu oder so, die Staffel geht weiter. Ich erinnere mich an Zeiten, da ging es am Valentinstag weiter, aber offenbar sinken die Quoten bei Fox berechtigerweise und man lässt uns halt ein bisschen länger warten. Ausgestattet mit ein paar Snacks und genug Redbull, um nicht einzuschlafen, liegen meine Erwartungen sehr niedrig. Am Ende sehen wir ja, wie gut die Folge abschneidet. Wie immer ist der Notizblock neben mir bereit, alles Mögliche an notierbaren Worten aufzunehmen. Papier ist geduldig.

Kritik

Die neue Hälfte geht mit einem weinenden Rick los, eine Szene, die ungefähr fünf Minuten lang ist und so kurz gestückelt wurde, damit man diese Teile beliebig oft überall einbauen und auf die Folter spannen kann. Der nächste Cut mit extra viel Weichzeichner führt wieder zu Rick und Judith, die Jerry begrüsst und ja, jetzt weiss jeder, dass es wirklich Judith ist. Shit, die Göre überlebt echt? Und wieder ein Cut, nur dieses Mal heben Rick und seine Michonne ganz offensichtlich ein Grab aus. Gut, nach dem Midseasonfinale wissen wir ja, wer die Würmer von unten betrachten darf. Natürlich darf die Szene nicht fehlen, in der wir ausführlicher sehen, wie Carl gebissen wird, ehe Siddiq den Beisser übern Haufen schiesst und somit das frisch gefütterte Problem beseitigt. Entweder finden sie das Versteck für später oder gehen gezielt hinein. Wieder ein Sprung, bei dem wir Carl sehen, wie er sich umzieht und dabei seine Bisswunde betrachtet. Sauber in den Torso gebissen. Arm oder Bein hätte man amputieren können, aber Torso wird schwierig. Er bekommt eine kurze Nachricht überreicht, in der sich Michonne erklärt, dass sie “es” selber sehen will. Er nutzt die Gelegenheit und schreibt selbst Briefe an alle ihm wirklich wichtigen Personen, geniesst die Sonne, albert mit Judith herum, schiesst Fotos mit ihr gemeinsam, damit sie ja weiss, wer einst ihr grosser Bruder gewesen ist. Immerhin hat er geholfen, sie zur Welt zu bringen. Er pflanzt sogar einen Baum und kümmert sich mit Siddiq um die Einrichtung in der Kanalisation. Schlauer Junge, das muss man ihm lassen. Gerade dann, wenn man Carl anfängt zu mögen, hat Chandler keinen Bock mehr und sein Charakter darf sterben.

Der nächste dieser zahlreichen, manchmal echt lästigen Sprünge führt zu Morgan, der das Sanctuary beobachtet. Ein paar Saviors schiessen sich erst eine Schneise durch die Walker frei, ehe sie in seine Richtung ballern, lotst ein paar Walker zu seiner Fluchttür und haut selbst ab.

Ein weiteres Beisserlein hat sich in Carols Drahtfalle verheddert und bekommt was auf die tote Mütze. Sie führt die Einwohner des Königreichs in Sicherheit und Miniboy, dessen Name ich vergessen habe [Henry, wie sich später herausstellt], will unsere Kämpferin zurück ins Königreich begleiten, um den König zu retten. Was sonst? Ich mein, halbwegs vorgestellte Kinder wollen eh nie auf die Grossen hören.
Carl liegt im Sterben und in meinem Kopf begann kurz Julien Bam zu singen (da seine Version besser klingt), als der Sterbende “Es ist, wie es ist” von sich gibt. It is, how it is. Yeah, danke BibisProductPlacement. Item. Die Briefe bekommt jetzt Rick in die Hände gedrückt, damit sie ihre Empfänger überhaupt erreichen. Viel Geschluchze, Geheule und Gejammere. Eigentlich bin ich ein emotionaler Mensch und heule gerne sogar bei einem albernen Kinderfilm los, aber hier kann ich leider nur ein Gähnen unterdrücken. Sorry guys. Und irgendwie bekomme ich kurz das Gefühl, dass Rick Siddiq hassen wird oder ihm Carls Unfall noch vorwerfen wird. Ich kann mir nicht helfen, aber vermutlich wäre das bereits wieder zu kreativ für die aktuellen Drehbücher.

Im Königreich sitzt Ezekiel die meiste Zeit nur gefesselt rum und schwurbelt irgendwas mit einem, der offenbar Gavin heisst. Allmählich lässt sogar mein sonst sehr gutes Charakternamensgedächtnis nach, das hat keine Lust mehr. Morgan huscht dafür Miniboy Henry nach, findet dafür Carol und wieder bei Carl, der immer noch vor sich hin krepiert, klärt sich auf, dass Siddiq medizinisches Wissen besitzt. Juppie! Er ist nützlich! Okay, seien wir nicht gemein, ich mag Siddiq irgendwie. Michonne fährt Dwight an, dass er doch nach oben gehen und das alles beenden soll, immerhin ist er ja ein Savior. Dwight mag ich übrigens auch. Da hätte ich nicht übel Lust, ihn kurz aus dem Fernseher zu ziehen und zu knuddeln. Ach, übrigens, ich bin weird. Daryl fürchtet, dass sie unten gefunden werden. Ähm, nein, Schnucki. Ganz sicher nicht. Sonst wärt ihr alle tot und die Serie aus. Sie haben eh vor, allesamt nach Hilltop zu reisen und dort eine Allmacht zu bilden, um gegen die Saviors vorzugehen.
Im Königreich findet fröhliches Feuerlöschen statt, ehe Carol und Morgan finden, dass sie tot eine bessere Figur machen. Ezekiel und Gavin füllen noch mehr Sendezeit mit nutzlosem Geschwurbel, von wegen “Schöpfer dieser Nacht”. Ja, wir habens begriffen. Gelaber gab es schon immer, aber früher gab es wenigstens ein paar dramatische, mitreissende Tode und Action. Da hatten die Antagonisten noch eine Backgroundstory, damit man sie irgendwie doch mochte. Anders kann ich mir meine eigene, bis heute ungebrochene Fanliebe zum Governor nicht erklären.

Carl liegt übrigens immer noch im Sterben und geht nicht so bald drauf, immerhin ist das die Hauptstory dieser langatmigen Episode. Er hält sogar eine Moralpredigt auf seinem Sterbebett. Die Saviors zotteln in der Zwischenzeit hörbar wieder davon und entschwinden in die Nacht. Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass er ganz überraschend erschossen wird, wenn er oben alles überprüfen geht, aber nö, Daryl darf weiterleben. Die kleinen Fangirlies müssen also keinen Aufstand anzetteln. Das mache eher ich.

Carol und Morgan schnetzeln sich weiterhin durch die anwesenden Saviors, während Gavin und Ezekiel weiterhin etwas quatschen und ich ihnen im Geiste bereits Tee und Kekse reiche. Es wird erst etwas aufregender, als der gute Gavin seine nun toten Leute versucht zu kontaktieren, aber Tote haben keine Ahnung, wie man zurückfunkt. Eine Schiesserei geht los und alles, was noch lebt, haut ab.

Wieder diese schöne Szene von Rick mit rotgeheulten Augen, ehe der nächste Cut wieder zur weichgezeichneten Vision führt. Direkt danach kommt der nächste Shot, wie das Grab gebuddelt wird, weil das so schön traurig und dramatisch anmutet. Rick im Jetzt bittet Daryl, auf seine kleine Tochter aufzupassen, bis er selbst nach Hilltop fährt und Carl erzählt seiner kleinen Schwester noch ein paar letzte Sachen, schenkt ihr seinen Hut und das Gör plärrt wunderbar los. Onkel Daryl trägt sie weg und Siddiq verabschiedet sich sehr dankbar vom sterbenden Jungen, will nun ihn ebenfalls ehren und folgt den anderen. Tschüss dann, bis später.

Die ängstlichen Saviors haben sich im Theater verschanzt. Natürlich werden sie alle nach und nach über den Haufen geballert, einer bekommt von Morgan die Eingeweide rausgezupft und folgt dem angeschossenen Gavin. Wieder bei unserem lieben Sterbenden, offenbaren sich Michonne und Carl ihre Gefühle und ihre enge Freundschaft, so richtig BFF. Kann man gelten lassen, aber irgendwie berührt mich das Drama ziemlich gar nicht. Im brennenden Alexandria schleppen Rick und Michonne den Jungen nach draussen. Gavin versteckt sich ängstlich vor Morgan, der ihn natürlich findet. Was anderes kann man ja nicht erwarten.
Mit unserem Trio Infernale finden wir uns in der Kirche wieder. Dort darf Carl also sterben. Wieder bei Morgan, will er Gavin töten, weil er es muss. Ihn tötet aber jemand anderes, nämlich unser Miniboy Henry, direkt von hinten durch den Hals. Hätte glaube ich irgendwie schockierend wirken sollen, aber ja. Funktioniert bei mir nicht. Zurück in der Kirche, offenbart sich, dass die ganzen Weichzeichner-Visionen die von Carl sind. Und Rick gesteht, dass alles, was er je getan hat, nur für seine Kinder war. Erst für Carl, später auch für die kleine Judith. Kurz zurück im Königreich, ist Carol etwas zickig und Ezekiel baut den Miniboy gutherzig wieder etwas auf.
Und jetzt erst habe ich doch etwas feuchte Augen bekommen. Keine Tränen, aber das ist mehr, als man bei all dem nutzlosen Geschwurbel erwarten kann. Carl will sich offenbar selber den Kopfschuss geben, aber das kann ich nur vermuten. Der nächste Schnitt zeigt einen traurigen Rick und eine traurige Michonne vor der Kirche sitzen. Carl wird brav beerdigt. Wieder eine kurze Visionseinblendung, in der Negan Tomaten erntet und Judith begrüsst. Als eingefleischter Comickenner scheint das aber nicht so unwahrscheinlich, wie man es uns glauben lassen will.

Rotgeheulte-Augen-Rick bildet brav den Abschluss. Er lehnt irgendwo an einem Baum und hat ein Messer oder so durch die rechte Hand bekommen, die entsprechend blutig ist und ein paar Fragen aufwirft. Naja, Interesse besteht ja schon, was da noch kommt, aber ich geiere nicht auf Montag.

Vermutlich wird das hier auch der letzte Blogpost zu einer Einzelepisode sein. Die niedrigen Erwartungen wurden ungefähr genauso niedrig erfüllt, die Spannung hält sich noch tiefer und ob ich weiter Lust habe, brav Notizen zu machen, steht noch aus. Ob ich nächste Woche pünktlich vor der Kiste hocke, bleibt ebenso fraglich. Eher sitze ich pünktlich davor, um die neue Folge Shameless zu gucken. Die ganzen Zeitsprünge nerven mehr als dass irgendein sinnvoller Spannungsbogen aufgebaut wird, die nächsten Folgen erwarte ich insofern nur, um das als gesehen abhaken zu können. Selbst der lahmste Comic ist da noch gehaltvoller und unterhaltsamer. Um mich zu wecken, besuche ich einen Youtube-Channel meiner Wahl. Wenn wir uns nächste Woche lesen, habe ich dann trotzdem weitergemacht.

Bis zur nächsten Rezi!

Bewertung

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